Mittwoch, 3. August 2022

Überlebenstraining für Blinde und Sehbehinderte: Schulung in Orientierung & Mobilität (O&M)

Um als blinder oder sehbehinderter Mensch solche Blindenfallen, wie ich sie in diesem Blog schildere, besser überleben zu können, ist es meines Erachtens sehr zu empfehlen, ein so genanntes Orientierungs— und Mobilitätstraining zu absolvieren. nähere Informationen hierzu gibt es bei https://'Www.rehalehrer.de/orientierung-mobilitaet/ 

Dienstag, 31. März 2020

Sicherheitsabstand wegen Corona wird gegenüber blinden Menschen nicht beachtet

Obwohl seit einigen Tagen wegen der Corona- oder COVID19-Pandemie gegenüber anderen Menschen ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 m vorgeschrieben ist, wird dieser mir gegenüber oft nicht eingehalten. Wenn mir ein sehender Mitmensch auf der Straße meint helfen zu müssen, fragt er oder sie mich nicht aus sicherer Distanz, ob ich Hilfe bräuchte. Nein, ich werde erst mal am Arm gepackt und dann erst gefragt. Da ist die Distanz schon viel zu kurz. Meist brauche ich auch keinerlei Unterstützung. Allenfalls eine Auskunft. Was in normalen Zeiten schon unangenehm ist, wird jetzt wegen der drohenden Ansteckung mit dem neuen Virus richtiggehend lebensgefährlich.
 

Montag, 27. Januar 2020

Blind übers Glatteis

 Eine der gefährlichsten Fallen für stark sehbehinderte oder blinde Menschen ist Glatteis. Während die sehenden Passanten der vor ihnen glitzernden Fläche meist einfach ausweichen können, ist dies für Blinde nicht möglich. Stürze mit Knochenbrüchen sind mitunter die schmerzhafte Folge. Zum Glück gibt es Hilfsmittel, um dieses Risiko zu minimieren: Schuhspikes, die man über die Schuhsohlen spannt oder Krallenstiefel. Meiner Erfahrung nach sind Winterstiefel mit herausklappbaren Eiskrallen undter den Sohlen besonders praktisch. Selbst einen Eisregen mit tückischem Blitzeis konnte ich mit ihnen blind unbeschadet überstehen. Einfach Krallen raus und weitergegangen!  

Dienstag, 3. Dezember 2019

Hauptstr. 31, 82256 Fürstenfeldbruck Verletzungsgefahr für Blinde durch ungesichertes Baugerüst auf dem Gehweg vor dem Rathaus!

Als ich  am 3. Dezember 2019, übrigens dem UN-Welttag der Behinderten, in der Brucker Innenstadt unterwegs war, bemerkte ich dass mein Langstock an der östlichen Rathausecke auf ein Hindernis im  Gehweg stieß. Es entpuppte sich für mich als ein provisorisch mit Flatterband umwickeltes Baugerüst. Allerdings nur an der Schmalseite.  Wenn man an der Längsseite weiterging, stieß man als blinder Mensch - je nach Körpergröße mit - Arm Schulter oder Kopf gegen die unterste Etage des Gerüsts, weil keinerlei Schutzvorrichtung gegen das Unterlaufen angebracht wurde.
 Persönlich habe ich die Stadt Fürstenfeldbruck schon vor Jahren wiederholt um eine auch für Blinde und Sehbehinderte ausreichende Baustellensicherung gebeten, wie sie beispielsweise  hier beschrieben wird: https://www.dbsv.org/broschueren.html?file=files/ueber-dbsv/publikationen/broschueren/DBSV-Broschuere-Absicherung-von-Baustellen.pdf 
 Hab mir wohl meine Jacke verschmutzt als ich mit der Schulter anstieß. Ein netter älterer Herr bat mir seine Hilfe bei der Umgehung der Gefahrenstelle an und führte mich daran vorbei.

 Ausgerechnet jetzt im Winter hatte man das Gerüst aufgestellt, wo witterungsbedingt wahrscheinlich wochenlang nicht weitergearbeitet werden könnte. Falls das ein Mietgerüst ist, bei dem jeder Tag in Rechnung gestellt wird, auch eine teure Angelegenheit für den Steuerzahler. Aber  wie es so schön heißt: "Der deutsche Michel zahlts!" 
Am Freitag dem 13. Dezember führte mich mein Weg wieder am Rathaus vorbei. Als ich mich aber langsam und vorsichtig der vermuteten Gefahrenstelle genähert hatte, war das ungesicherte Gerüst nicht mehr da. 
  

Dienstag, 22. Oktober 2019

Bahnhofstr. 24 82256 Fürstenfeldbruck Umsteigen am Bahnhof zwischen Bus und Bahn ohne Hilfe zu gefährlich

Vor ungefähr 20 Jahren wußte ich nach dem Orientierungs-und-mobilitätstraining genau, wo am Brucker Bahnhof entlang des Gehwegs an der Bahnhofstraße mein Bus  ankam oder abfuhr. Durch den Bau eines Busbahnhofes ist mir diese Orientierung leider schon bald wieder genommen worden. Da dessen überdachten Bussteige mitten in der Fahrbahn liegen, und laufend Busse und Taxis vorbeifahren, ist es viel gefährlicher geworden zwischen Bus und S-Bahn umzusteigen. Zum Glück haben mir dabei bisher immer sehende Begleitpersonen, Busfahrer oder freundliche sehende Mitreisende geholfen. Um eine bessere Vorstellung zu bekommen habe ich gestern mal angefangen den Bahnhofsbereich genauer  zu erkunden. Den ersten und letzten Bussteig konnte ich dabei über Foursquare als POI hinzufügen.  Dabei halfen mir neben dem Busfahrer noch einige weitere nette Leute. Aber leider habe ich keinen Weg gefunden, auf dem ich wieder sicher umsteigen kann. 

 deshalb habe ich heute bei Google Maps diese Rezension gepostet: 

 "Aufgrund der Verlegung der Bushaltestellen entlang der Bürgersteige mitten in die Fahrbahn der Bahnhofstraße hinein wurde der selbständige Umstieg zwischen Bahn und Bus oder von Bus zu Bus für blinde Menschen lebensgefährlich. Ein Blindenleitsystem, um die Orientierungsmöglichkeit wiederherzustellen und damit die Gefahr zu verringern, Informationen in Relief- oder Punktschrift oder Lautsprecher sind nicht vorhanden. Nicht mal ein ordentlicher durchgehender Bürgersteig vor dem Bahnhofsgelände besteht.  Wenigstens entlang der S-Bahnsteige gibt es einen mit dem Langstock ertastbaren Sicherheitsstreifen ." 

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Schöngeisingerstr. 38 bis Schöngeisingerstr. 40 82256 Fürstenfeldbruck Citypoint Gefahr durch LKW auf dem Gehweg

Liebe blinde Fußgängerin,
Lieber blinder Fußgänger,
wenn Sie beim Einkaufszentrum Citypoint auf der nördlichen Seite der Schöngeisingerstraße in Fürstenfeldbruck auf dem Gehweg auf einen Lieferwagen oder LKW treffen, dann gehen Sie nicht auf die Fahrbahn über die niedrige Bordsteinkante hinunter, um an dem Hindernis vorbeizukommen! Das wäre zu gefährlich, auch wegen den zu leisen Elektroautos, die wenn es der Teufel will, Ihnen auch hier begegnen können. 
Wenden sie sich stattdessen zur inneren Leitlinie! Mit dem Langstock ertasten sie hier eine Stufe zu der noch höher gelegenen Gehweghälfte, auf der sehende Fußgänger ganz automatisch die auf dem Gehweg parkenden Lieferfahrzeuge umgehen können, weil sie im Unterschied zu uns blinden Menschen die meines Erachtens rechtswidrige Ausweisung als Lieferzone oder Ladezone sehen können. Zur Abgrenzung sind hier auch einige dicke Mettallpoller aufgestellt worden.

Falls Sie nach Westen in Richtung Kapuzinerstraße gehen, und zufälligerweise auf der höher gelegenen Gehweghälfte an der Gebäudefront entlang den Gefahrenbereich mit den Lieferfahrzeugen umgehen, könnte es sein, dass Sie, wie es mir anfangs passiert ist, nicht bemerken, dass der Weg leicht ansteigt, um dann plötzlich an einer kleinen Treppe hinunter zur Tiefgarageneinfahrt zu enden. Achtung:  Sturzgefahr!!! 
 Sehbehinderte Menschen, sind hier extrem gefährdet, da die Stufen keinerlei optischen Kontrast bieten, wie mir gesagt wurde. Handläufe sind auch nicht vorhanden. Beim Weitergehen nach der Treppe besteht die Gefahr, als Blinder auf Autos zu stoßen, die auf dem Gehsteig vor dem Tor der Tiefgarage auf eine Ein- oder Ausfahrmöglichkeit warten! 
Nebenbei erwähnt sei hier auch die Sturzgefahr für Radfahrer. Radelnde Kinder beispielsweise und sie begleitende Erwachsene könnten hier die kleine Treppe hinunterstürzen, wenn sie unachtsam zu schnell auf diesem höher gelegenen Gehwegabschnitt an den Lieferfahrzeugen auf dem niedrigeren Gehweg umfahren wollen. 
 Mindesten ein verbotswidrig allein ohne Kindbegleitung radelnder Erwachsener kam hier schon zu Sturz, wie er mir gestanden hat. Beschwert hat er sich logischerweise nicht.... 
 
  

Montag, 7. Oktober 2019

Hauptstr. 4 82256 Fürstenfeldbruck - zwischen altemm umd neuem Rathaus ist es für Blinde durch Entfernung der Bordsteine lebensgefährlich geworden!!!

Liebe blinde Besucherin, 
lieber blinder Besucher, Neubürger oder vor kurzem   erblindeter Mitbürger  von Fürstenfeldbruck, 
 falls Sie sich selbständig in der Brucker Innenstadt fortbewegen wollen oder müssen, möchte ich Sie vor einigen hier leider von der Stadt geschaffenen tückischen Gefahrenstellen warnen. 
 Die Hauptgefahr für Blinde besteht darin, dass fast alle Randsteine zwischen Gehweg und Fahrbahn entfernt worden sind. 
 Nur an den beiden Bushaltestellen mit der neuen und irritierenden Benennung "Hauptplatz" hat man ein sogenanntes Hochbord verbaut. 
 Um einen historischen Eindruck zu vermitteln wurde auf einem Großteil der Gehwegfläche außerdem grobes Kopfsteinpflaster mit breiten Fugen verlegt. Das bemerken Sie gleich, wenn Sie vom alten Rathaus aus Richtung Norden weitergehen. Wegen der hier beginnenden groben Pflasterung fällt es sehr schwer, die gerade Gehrichtung zu halten, weil die Spitze des Langstocks leicht in  den Fugen hängen bleibt. Da der Gehweg hier sich zu einem breiten Platz erweitert, kann man sich hier auch nicht mehr so einfach an der inneren Leitlinie, also den Hauswänden entlang orientieren. Man sucht als Blinder also fast automatisch nach der äußeren Leitlinie, also der üblicherweise vorhandenen  Bordsteinkante. Da  diese aber auf Höhe des alten Rathauses endet, besteht die Gefahr, versehentlich auf die Fahrbahn zu geraten. Wenn die Stadt diese grobe Pflasterung auf den Gehweg beschränkt hätte, könnte man als blinder Fußgänger durch den Kontrast zwischen glatter Fahrbahn und gepflastertem Gehbereich noch ableiten, wo man sich befindet. Stattdessen wurde aber auch die Fahrbahn der Kirchstraße  übergangslos ebenfalls grob gepflastert, so dass man nicht mehr sicher erkennen kann wo man sich momentan befindet. 
 Man orientiert sich also so gut es möglich ist, am Geräusch des parallel fahrenden Autoverkehrs auf der Hauptstraße. bis man links neben sich den hoffentlich nicht defekten Orientierungston der Fußgängerampel über die Hauptstraße hören kann. Wenn man hier weitergeht, kann man auf die übergangslos identisch gepflasterte Fahrban der Kirchstraße geraten, was man tunlichst vermeiden sollte. 
 Um die Hauptstraße hier an der Kreuzung mit Kirch- bzw. Schöngeisingerstraße zu queren, muß man links am Ampelmasten den unten am Steuerkasten versteckten Anforderungsknopf für das akustische Freigabesignal drücken. 
 Die Blindenampel über die Kirchstraße befindet sich einige Meter östlich vor dem Gebäude der Sparkasse, Hauptstraße 8.

 Wenn möglich empfehle ich Ihnen, die notwendigen Wege im Alltag wie Einkauf, Arzt, Apotheke oder Bank oder Sparkasse wegen der hier häufigen Gefahrenstellen zusammen mit einer Rehalehrerin oder einem Rehalehrer im Rahmen einer Schulung in Orientierung und Mobilität zu erarbeiten: www.rehalehrer.de  

Zu meinem jahrelangen leider nicht ganz erfolgreichen Einsatz für die Wiederherstellung der Sicherheit siehe auch meinen Blog "Monolog ins Dunkel": https://monologinsdunkel.blogspot.com/2016/08/protest-e-mail-mit-wenig-wirkung.html